Internetplattformen

Internetplattformen

Für die Spieler, die keinen Klub in der Nähe finden, gibt es die Möglichkeit, auf Plattformen in Internet zurückzugreifen. Ich werde hier die zwei Plattformen vorstellen, auf denen man sich ohne größere Probleme anmelden kann.

Leider kann man sich auf die Wertungszahlen dieser Plattformen nicht verlassen. Die Spieler schwanken nicht selten um mehrere hundert Punkte. Das hat zweierlei Gründe: 1. Die Wertungssysteme auf diesen Plattformen sind einfach schlecht und 2. die Engine-Spieler bringen alles durcheinander. 81-Dôjô hatte zwar zunächst vor, die Ränge mit realen Rängen gleichzusetzen, aber sie sind schließlich - nachdem die Plattform unter die Obhut der Japan Shogi Association gekommen ist - davon abgekommen. Seitdem sind die Wertungszahlen (und damit auch die Ränge) der meisten Spieler den Bach runtergegangen und sind jetzt mit den Rängen der FESA vergleichbar. Es ist inzwischen normal, dass man viele Spieler antrifft, die 1400-1500 Elo besitzen, aber einen Maximalwert von 1700-1800 haben. Sie haben demnach 300-400 Elopunkte verloren. Man findet sogar einige Spieler, die unter 1000 Elo gelistet sind, obwohl sie einen Maximalwert von 1400-1500 hatten. Vor der Umstellungen waren diese Spieler über Monate und Jahre konstant mit diesem Maximalwert gelistet. Und der Rang vieler Spieler war damals nah an ihren tatsächlichen Rang, den sie auch in wahren Leben besitzen. Den Rang, den sie jetzt auf 81-Dôjô besitzen, ist - wie auch die Elo - viel niedriger. Da kann auch die Tatsache nicht darüber hinwegtäuschen, dass man nun ein teures Menjo (Zertifikat) aus Japan erwerben kann. Leute, die bereits einen japanischen Rang besitzen, wissen, dass die Ränge bei 81 Dôjô oft niedriger sind und man sich das Geld besser spart. Außerdem bekommt man den Rang nur, wenn man 10 Partien lang über dem Grenzwert liegt. Sobald man wieder unter die Grenze fällt, ist der Rang weg. Man muss sich dann erst wieder hochspielen und 10 Partien über den Grenzwert bleiben. Wieder einmal erstaunlich ist die Tatsache, dass Ausländer den 6 Dan nicht bekommen können, auch wenn sie diesen bei 81 Dôjô erreicht und über 10 Partien gehalten haben. Außerdem scheint die Plattform, die sonst immer damit wirbt, dass alles so wie in Japan abläuft, keinen Wert darauf zu legen, die japanischen Massstäbe (z. B. dass man einen Rang nicht mehr verlieren kann) bei den Rängesystem anzulegen. Inzwischen würde es auch ziemlich merkwürdig aussehen, wenn z.B. jemand mit 1400 Elo noch den 4 Dan hätte, den er einst mit seinem Maximalwert von 1800 Elo hatte. Ich habe sogar schon jemanden mit etwas über 1200 Elo gesehen (5 Kyû an der Grenze zum 6 Kyû), dessen Maximalwert bei fast 1800 (fast 4 Dan) lag! Meiner Meinung nach, war die Plattform besser, bevor die JSA ins Spiel kam (sie hatte ein besseres Wertungssystem, es wurden Profipartien live übertragen, etc.). Es kommt noch hinzu, dass die Angaben der japanischen Ränge in der FESA-Liste dadurch noch mehr an Aussagekraft verlieren, als sie ohnehin schon verloren haben. Bei zahlreichen europäischen Spielern sind ihre japanischen Ränge nicht angegeben, obwohl sie einen besitzen. Und mir sind zwei japanische Spieler und drei europäische Spieler bekannt, die niedrigere Ränge angaben, als sie tatsächlich in Japan besitzen. Das bekannteste Beispiel ist Tomohide "Hidetchi" Kawasaki, der in seinen Videos sein Menjo zeigt, auf den sein 5. Dan bestädigt wird, und in der FESA-Liste angab, dass er den 3. Dan in Japan besitzen würde. Dadurch, dass die Ränge auf 81-Dôjô jetzt von der JSA anerkannt werden, werden die Angaben über die japanischen und die europäischen Ränge sich in der FESA-Liste immer mehr angleichen. Es ist zu hoffen, dass viele Spieler - wie zuvor auch - diesen Rang nicht angeben, da sonst das Bild noch mehr verfälscht wird.

Zu den Wertungssystemen: Bei 81-Dôjô hatte ich vor Jahren mal den 4. Dan und stand kurz davor, den 5. Dan zu erreichen. Mit meinen ersten Account kann ich mich aber - es ging übrigens vielen Usern so - nicht mehr anmelden. Um einen neuen Account zu erstellen, musste ich mir eine neue E-Mail-Adresse zulegen, da meine alte Adresse nicht angenommen wurde, da sie bereits belegt war, obwohl der Account nicht mehr funktioniert. Inzwischen tümmel ich mit meinen neuen Account bei der Grenze zum 3 Dan rum und habe meist den 2 Dan. Manchmal falle ich auch auf 1 Dan runter. Meine Wertung schwankt also zwischen dem 1 Dan und den 3 Dan. Ich spiele allerdings ausschließlich gegen stärkere Spieler. Meine Gewinnquote gegen 4 Dan Spieler und höher liegt bei 58%. Wenn man sich anschaut, welche die beste Wertungszahl war, die diese Spieler jemals erreicht haben, stellt man fest, dass auch meine Gegner gesunken sind und früher 1-3 Ränge höher gelistet waren. Da man bei der Herrausforderung den Maximalwert nicht einsehen kann, kommt es oft vor, dass man gegen einen Spieler antritt, der in Wahrheit 300-400 Elo stärker ist. (Nachtrag: Ab den Gold-Status wird bei Herrausforderungen ein Detail-Button eingeblendet). Bei den Accounts, die sich erst nach der Umstellung angemeldet haben, kann man das nicht einmal an dem Maximalwert ablesen, da sie bereits gegen Gegner spielten, deren Elo drastisch gesunken ist. Da man nur dann steigen kann, wenn man eine weitere Partie gegen einen Gegner gewinnt, der nicht weniger als 200 Elo niedriger gelistet sein darf,  wird diese Deflation geradezu zementiert. Ich habe auch schon einige Male gegen Spieler gewonnen, die weit über 2000 hatten und haben. Nach welcher Logik gehen die Betreiber also vor, dass jemand mit einer 58% Gewinnquote gegen 4 Dan Spieler und höher, die obendrein schon den 5 bis 6 Dan gehabt haben, nur den 2 Dan erhält und ab und zu mal den 3 Dan erreicht? Auch bei Spielern aus Japan, die sich neu angemeldet haben, kann man etwas Interessantes beobachten. Sie melden sich mit einen hohem Rang an (4. bis 6. Dan) und sinken dann dramatisch. Ich habe mit einigen dieser Japaner gechattet. Den Rang, mit den sie sich anmelden, besitzen sie in realen Leben. Aber bei 81-Dôĵô ist es ihnen unmöglich, diesen Rang zu halten. Nach wenigen Partien sind sie nicht einmal in der Nähe des Ranges, mit dem sie gestartet sind. Sie spielen viel schwächer als Spieler, die diesen Rang schon seit einiger Zeit auf 81-Dôjô besitzen. Das zeigt wieder, dass die Ränge auf 81-Dôjô eben nicht deckungsgleich mit den realen Rängen sind. Außerdem gbt es einige seltsame Fälle: Es gibt einen deutschen Spieler, der mit fast 1700 gelistet ist, obwohl als sein Maximalwert 1550 angegeben ist. Wie kann er also fast 1700 besitzen, wenn 1550 der höchste Wert ist, den er jemals erreicht hat? Da ist etwas schiefgelaufen, würde ich sagen. Bisher sind mir zwei Fälle bekannt, wo der Maximalwert niedriger als die angebliche Elo ist.

Wenn man kurz vor den Grenzwert steht, bekommt man bei einem Sieg nur soviele Punkte dazu, bis der Grenzwert erreicht ist. Die restlichen Punkte verschwinden einfach (man könnte auch sagen, dass das Wertungssystem die erspielten Punkte dreist klaut). Ich hatte mal die Situation, dass ich einen Punkt vor dem Grenzwert entfernt war. Da ich selten auf meine Elo achte, nahm ich eine Herausforderung eines Spielers mit über 2100 Punkten an und gewann. Diese Punkte waren weg, da ich nur einen Punkt vom Grenzwert entfernt war und auch nur diesen einen Punkt bekam! Diese seltsame Praxis führt nur dazu, dass man schneller sinkt und langsamer steigt. Es ist also kein Wunder, dass die Wertungszahlen der meisten Spieler dahinpurzeln. Diese Praxis ergibt auch keinen Sinn, da die Ränge sowieso nicht fest sind. Das Argument, dass man in einem realen Dôjô etwas mehr an Leistung zeigen muss, bis man einen Rang bekommt, ist zwar der Grund für diese Praxis, aber in einem realen Dôĵô ist es noch verständlicher, da man den Rang nicht verlieren kann. Auf 81-Dôjô behält man den Rang aber nicht und damit ergibt auch diese Praxis keinen Sinn, zumal dadurch die Elozahl bewusst verfälscht wird, da die erspielten Punkte einfach verschwinden, obwohl man - ohne diese Ausnahmeregelung - bereits über den Grenzwert war. Das Ganze wäre nur dann sinnvoll, wenn man 1) die erspielten Ränge behält und 2) die Punkte nicht verschwinden. Die Ränge dürfen die Elozahl nicht verfälschen. Es ist auch kein Problem, dies umzusetzen, indem man ab dem Grenzwert die Punkte sinnvollerweise vergibt - wie es sich auch gehört -, aber zunächst den Rang unverändert lässt, bis die nächste Partie gewonnen wurde. Wenn der Spieler dann trotz Verlust immer noch über den Grenzwert ist, hat er noch einen Versucch, den er sich damit verdient hat, dass er gegen einen starken Gegner gewonnen hat, um dermaßen über den Grenzwert zu sein, bis er schließlich unter den Grenzwert fällt. Wo ist also das Problem? Warum entscheidet man sich stattdessen dafür, dass eigene Elosystem zu untergraben und das ganze Wertungssystem damit selbst ad absurdum zu führen, wenn man das Vorhaben auch einfacher umsetzen könnte, indem es nur Einfluss auf den Rang und nicht auf die Elo hätte? Entweder soll der Rang die momentane Spielstärke angeben, dann ist die ganze Praxis sinnlos, da man dazu den Rang ohne Ausnahmen an die Elo knüpfen müsste, damit der Rang mit der Elo steigt oder sinkt, oder der Rang soll die höchste Leistung abbilden, wo man eine bessere Gewinnquote als 50% hatte - also wie im Dôjô. In diesem Fall müsste man so vergehen, wie ich es oben erläutert habe. Viele Gedanken scheinen sich die Betreiber nicht gemacht zu haben. Erst stellen sie ein mathematisches System auf, das sinnvollerweise die Normalverteilung abbilden soll, um es selbst zu untergraben. Damit bricht man die Normalverteilung und die Elozahl verliert ihren Sinn, da sie damit nicht das abbildet, was sie abbilden soll. Außerdem schlagen die Engine-Spieler gerade dann zu, wenn sie den Grenzwert erreichen, da sie nicht sinken wollen. Es ist schon erstaunlich, wie sich die Spielstärke einiger Spieler gegen Ende der Partie erhöht. Einige Fälle sind einfach nur noch traurig, da es so offensichtlich ist, dass es schon an Dummheit grenzt. Ich spielte schon gegen einige Spieler, die anscheinend keine Eröffnungstheorie oder auch nur die Eröffnungsgrundlagen beherrschten und Figuren mehrfach einzügig reinstellten, aber in Endspiel wie ein Halbgott spielten. Da sie die Partie schon versaut haben, bringt ihnen das meistens nichts mehr. Aber es ist wohl jeden klar, was da tatsächlich spielte. Diese Spieler verschwinden auch gerne sofort nach der Partie. Besonders dann, wenn andere Spieler zuschauen. Entweder ist es Schamgefühl - was ich nicht glaube -, oder sie wollen verhindern, dass die anderen Spieler noch Gelegenheit dazu haben, sie zu blocken.     

Bei PlayOK ist die Sache noch merkwürdiger. Ich habe dort 3 Accounts. Einer hat über 1800 Elo, der Zweite 1700 und der Dritte 1400!  Schon vor Jahren sah man, dass die Leute Engines benutzen. Diese waren aber zu dieser Zeit noch besiegbar. Mit den dritten Account spiele ich in letzter Zeit häufiger, da sich dort sehr merkwürdige Typen rumtreiben, die gerne den Chat vollspamen, beleidigen und eindeutig Engines benutzen. Wenn man diese Spieler block, ist man verblüfft, wieviele Accounts diese Spinner besitzen. Bei einem Troll, der sich ständig neu anmeldete, um mich weiter zu beleidigen, zählte ich über 80! Im Grunde übernahm er das Zählen für mich, da er ein bestimmtes Muster für seine Nicknamen verwendete. Z. B. Ich blocke Spieler 001aa und dieser Spieler meldet sich ab, um sich wenige Sekunden später als 002aa neu einzulogen usw. Das ist mir schon einige Male passiert. Daher empfehle ich jeden Spieler, Herausforderungen von Spielern, die solche Nicks haben, abzulehnen. Das ständige Blocken und vollspamen des privaten Chats (im miserablen Englisch), bleibt aber eine nervende Angelegenheit. Den Betreibern scheint das alles egal zu sein, denn in letzter Zeit treiben dort dutzende "Spieler" ihr unwesen, die alle das gleiche Schema bei ihren Nicknamen verwenden: abc1234g. Ich prophezeie, dass sich eines Tages nur noch solche Spinner auf den Plattformen rumtreiben, weil sich die wirklichen Spieler von diesen Plattformen verabschieden werden, wenn weiterhin nichts getan wird. Auf 81-Dôjô ist es zum Glück noch nicht so schlimm wie bei PlayOK. Aber PlayOK war vor einigen Jahren noch eine gute Plattform. Das kann sich also ändern. In letzter Zeit sehe ich fast immer, wenn ich auf 81-Dôjô spiele, wie sich Spieler in öffentlichen Chat über Betrug ägern und auch schreiben, dass sie sich abmelden werden. Die Betreiber sollten sich langsam mal was einfallen lassen. Nachtrag: Inzwischen sind ab bestimmten Uhrzeiten auf 81-Dôjô viele Engine-Spieler und Trolle anzutreffen. Wie bei PlayOK kann diese Plattform nicht länger als gute Spielplattform gelten. Und obwohl immer wieder zu lesen ist, dass diese Plattform so beliebt sei, kenne ich viele Spieler, die diese Plattform nicht länger verwenden wollen. Inzwischen gibt es auch offensichtlichen Betrug mit der Bedenkzeit. Mir ist es jetzt einige Male passiert, dass der Gegner in der letzten Sekunde der Byôyomi-Phase mehrere Sekunden lang verschwindet und dann mit voller Byôyomi-Zeit wieder auftaucht. Trotz mehrerer Opfer und Zeugen schweigen die Betreiber dazu. Außerdem zählt 81-Dôjô  es nicht als Sieg, wenn der Gegner in den ersten paar Zügen die Bedenkzeit ablaufen lässt. Einige Trolle machen sich daraus einen Spass. Sie verlieren dadurch keine Punkte und der Gegner darf Minuten verschwenden, ohne dass es als Sieg angerechnet wird, oder man Punkte bekommt. Was diese Praxis soll, ist mir ein Rätsel. Inzwischen habe ich schon dutzende solcher "Partien" aussitzen müssen, während ich dummes Geschwaffel im Chat lesen musste. Auch Trolle, die nichts anderes zu tun haben, als den privaten Chat zuzumüllen, findet man inzwischen auf 81-Dôjô.

Die Engine-Spieler werden inzwischen zu einer richtigen Plage. Es war vorhersehbar, dass mit dem Erstarken der Engines, diese auch häufiger von solchen Typen genutzt werden würden. Es ist meist sogar ziemlich offensichtlich, dass ein Spieler eine Engine verwendet. Einige sind sogar dreist genug, es offen zuzugeben, da ihnen auch nichts passiert. Den Plattformbetreibern scheint es wichtiger zu sein, dass viele User anwesend sind, anstatt dafür zu sorgen, dass nicht betrogen wird. So werden alle Diskussionen darüber abgewürgt, indem man schlicht sagt, dass man nichts unternehmen könne, da sich diese "Spieler" immer wieder anmelden. Doch da machen es sich die Betreiber zu einfach. Man muss nicht dafür sorgen, dass diese Spieler der Plattform fernbleiben, sondern dafür, dass sich ihr Betrug nicht lohnt, indem man z. B. einen Koeffizienten in das Wertungssystem einbaut, der bei 90% Übereinstimmung mit Engines in den einzelnen Spielphasen (um auch die Betrüger zu erwichen, die die Engine erst im Endspiel verwenden und um die Spieler, die die Eröffnungstheorie gelernt haben, nicht zu bestrafen), keine Elo-Steigerung zuläst und auch den Gegner keine Punkte verlieren lässt. Der Engine-Spieler kann nur noch Punkte verlieren. Es gab noch mehrere Vorschläge (vorallem bei Schachservern). Alle haben zwei Dinge gemeinsam: 1) Ihnen ist bewusst, dass das Löschen nichts bringt und man deshalb dafür sorgen muss, dass sich Betrug nicht lohnt und 2) keiner dieser Vorschläge wurde jemals umgesetzt oder getestet.

Damit würde man diesen "Spielern" den Spass am Betrug verderben. 81-Dôjô erkennt die einzelnen Spielphasen und auch Engines findet man hier. Außerdem ist es nicht so wie in Schach, dass man es mit hunderten Engines zu tun hätte, die sehr stark sind. Technisch gesehen, wäre es also kein Problem. Die typischen Einwände gegen solche Vorschläge sind, dass jemand einfach sehr stark sein könne, oder einen guten Tag gehabt haben könnte. Solche Einwände sind in meinen Augen lächerlich. Selbst Profispieler erreichen keine 90% Übereinstimmung mit Engines - das haben die Partien zwischen Profis und Engines bewiesen - und wir reden hier von Amateuren. Laut diesem "Argument" ist selbst eine 100% Übereinstimmung mit den Engines kein Beweis, dass der Betreffende eine Engine benutzt hat. Da wird die Kunst der Deduktion ganz neu definiert. 

Man könnte natürlich auch auf die Selbstheilungskräfte der Community vertrauen. Hier setzen die Betreiber auf Paradoxa, indem die Betreibern über solche Vorschläge gerne vom Denuziantentum reden, um diesen Vorschlag zu denunzieren. Auch ich hatte bei solchen Vorschlägen eine kritische Meinung. Als ich mich darüber informierte, wie man im Schach damit umgeht, habe ich mein Urteil revidiert. Einige Plattformen löschen die User ab einer bestimmten Anzahl an Meldungen. Es werden schließlich nicht einfach alle Spieler gelöscht, die einmal gemeldet werden. Andere Plattformen schlagen eine Zwischenlösungen ein: Ab einer gewissen Anzahl an Meldungen werden die Partien des Spielers einem statistischen Test unterzogen, um zu prüfen, ob er tatsächlich eine Engine benutzt. Die Spieler, die häufig andere Spieler ohne Grund melden, werden erfasst und sind selbst dran. Die Plattformen, die auf solche Methoden setzen, scheinen gute Erfahrungen damit zu machen und auch die User bestätigen, dass hier selten Engine-Spieler anzutreffen sind. Die Methode scheint zu funktionieren. Da sich die Spieler aber ständig wieder anmelden, macht diese Vorgehensweise viel Arbeit.  

Ein weiteres beliebtes Mittel für Betrüger scheinen Spieldatenbanken zu sein. Eine Zeit lang hatte ich zahlreiche Gegner, gegen die ich im Prinzip nur eine Partie spielte. Sie spielten nämlich alle dasselbe, obwohl einige Züge nicht in der Theorie auftauchten. Diese Züge führten dann auch zum Verlust. Dennoch kam es mir komisch vor, dass diese Situation so oft zustande kam. Ich fand schließlich später den Grund. Der Grund war eine bekannte und umfangreiche Datenbank, in der sie anscheinend alle während der Partie nachschauten, um die Datenbank zu befragen, welchen Zug sie spielen sollen. Das hier aber nicht unbedingt die besten Züge gelistet sind, haben diese "Spieler" dabei nicht bedacht. Aber es zeigt mal wieder, dass alle Informationsquellen, die ins Leben gerufen wurden, damit sich Spieler ohne Geld auszugeben, über die Theorie informieren können, von solchen Gestalten missbraucht werden.

Zur Zeit ist es das Beste, wenn man öfters gegen Spieler antritt, die fair spielen und Usern, die eigenartige Nicks haben, die so aussehen, als ob sie mit dem Kopf auf der Tastatur gelandet wären, meidet. Dennoch empfehle ich diese Plattformen, da man hier Spieler aus aller Welt kennenlernen kann. Es ist außerdem von Vorteil, wenn man Leute findet, die nicht nur Partien spielen, sondern auch etwas chaten möchten. So kann man Partien gemeinsam analysieren - was der Spielstärke zugute kommt - und gleichseitig nette Leute kennenlernen. Ich nutze diese Plattformen auch, um mein Japanisch zu verbessern. Aber das Beste ist und bleibt immer noch eine reale Partie. Da hat man es auch nicht mit solchen merkwürdigen Gestalten zu tun, da diese auf Turnieren nicht auftauchen. Da kann man schließlich nicht betrügen und wird gemäß seiner tatsächlichen Fertigkeiten abschneiden. Meine Empfehlung an Leute, in deren Nähe sich kein Spielklub befindet, ist, selbst eine kleine Spielgruppe zu gründen. Die Anzahl der Spielgruppen würden sich erhöhen und man ist nicht mehr auf Spielserver angewiesen. Außerdem macht es mehr Spass als vor dem Computer zu sitzen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich eine andere - weniger bekannte - Plattform zu suchen. Ich spiele in letzter Zeit immer öfter auf solchen Plattformen. Ich werde diese Plattformen hier nicht vorstellen, da 1) die Anmeldung dort meist komplizierter ist, 2) die meisten dieser Plattformen nur zu bedienen sind, wenn man Japanisch beherrscht, und 3) habe ich die Befürchtung, dass sich auch dort die Symptome des Internetbetrugs zeigen werden, sobald dort mehr Spieler anzutreffen sind. Daher bleiben diese Plattformen meine Geheimtipps. Wer Suchmaschinen benutzen kann, wird zumindest eine englische Plattform finden, auf der ich auch öfters spiele. Der Nachteil ist natürlich, dass man Freunde einladen muss, wenn man nicht Stunden auf einen Gegner warten möchte.  

PS: Ich habe in der Vergangenheit schon Videos ins Internet gestellt, wo ich gegen Betrüger gespielt habe. Die Nicknamen habe ich unkenntlich gemacht. Obwohl man in den Videos sah, dass die "Gegner" vor jeden Zug das Fenster wechselten, im Byôyomi die Bedenkzeit mehrmals manipulierten, und einige "Gegner" sogar im Chat während der Partie Beleidigungen abließen, wo sie auch zugaben, eine Engine zu benutzen, meldeten sich mehrere empörte Nutzer zu Wort und argumentierten, dass ich damit unterstellen würde, dass alle Shôgispieler unehrlich wären. Ich habe die Videos gelöscht, weil mir diese "Argumente", die nur dazu dienen, dass eine Diskussion erst garnicht stattfindet, einfach zu blöd waren. Hier wurde keiner an den Pranger gestellt, da die Namen unkenntlich waren. Die Videos sollten einfach nur zeigen, dass betrogen wird und wie betrogen wird. Während bei anderen Spielen viel gegen Betrug unternommen wird, streiten beim Shôgi viele Spieler stattdessen ab, dass es sowas wie Betrug überhaupt gibt. Ich finde diese Reaktionen, wenn man diese Thema zur Sprache bringt, oder Videos ins Internet stellt, die eindeutig Betrug beweisen, schon sehr seltsam. Solange die Shôgigemeinschaft sich weigert, über dieses Thema zu diskutieren, sehe ich schwarz für die Zukunft - nicht nur, wenn es um das Spielen in Internet geht. Auch im Schach haben die Engine-Betrüger längst das Internet verlassen und betrügen auf realen Turnieren. Aber im Schach stellt man sich dieser Entwicklung und entwickelt Strategien, um das zu unterbinden. So wie die Diskussionen zur Zeit verlaufen, bin ich mir nicht sicher, ob die Shôgigemeinschaft sich dieser Entwicklung stellen wird, wenn die Betrüger in Zukunft nicht nur im Netz anzutreffen sein werden. Sich dieser Diskussion zu verweigern, schadet dem Shôgi und nicht umgekehrt.   

http://81dojo.com/ : 81-Dojo wurde von Hidetchi ins Leben gerufen. Hier werden gute Grafiken und Sounds geboten. Es gibt außerdem ein Video-Tutorial.

+ Analysemodus

+ Gute Grafik und Sounds

+ Man kann über Mikrofon kommunizieren

- Ein unsinniges Wertungssystem (Laut einer Umfrage auf dieser Plattform sehen es 35% genauso und weitere 15% wissen nicht, was sie Antworten sollen)

- Illegale Züge können ausgeführt werden. Solche Missclicks führen zum sofortigen Verlust (Das hat mit Realität nichts zu tun, da ein missclick einfacher passieren kann, als ein im realen Leben ausgeführter illegaler Zug, bei dem man mehr motorische Handlungen auszuführen hat als nur einen click zu machen). Auch das Argument, dass auf anderen Plattformen missclicks möglich seien, bei denen man Figuren und dadurch vielleicht das Spiel verliert, ist nicht haltbar. Da hier nicht jeder kleine missclick zum sofortigen Verlust führt (eine Figur zu verlieren heißt nicht, dass man immer automatisch verloren hat). Die Art und Weise wie hier mit missclicks umgegangen wird, ist also um einiges härter und trägt keineswegs zum Realismus bei, wie es die Betreiber behaupten.

- Zahlreiche Engine-Spieler

- Das Zeit-Delay ist teilweise jenseits von Gut und Böse

 

http://www.playok.com/ : Diese Plattform ist schon älter und bietet dementsprechend nicht so gute Grafiken und Sounds wie 81-Dôjô. Auch viele Features fehlen. Aber zum Spielen braucht man diese auch nicht unbedingt. Leider tümmeln sich dort sehr viele Engine-Spieler.

+ Kein auffallendes Zeit-Delay

+ Einfach gehalten aber funktional

+ illegale Züge sind schlicht nicht möglich und dadurch führt ein Missclick nicht zum sofortigen Verlust

+ Es wird angezeigt, wenn ein Spieler das Fenster wechselt. Einige Progger kann man so erkennen und blocken.

-  Auch hier tümmeln sich zahlreiche Engine-Spieler

-  Das Wertungssystem ist schlecht

-  Seit die Plattform ein neues Outfit bekommen hat, werden keine akkustischen Signale mehr gegeben, wenn die Zeit abläuft