Turnierregeln

Turnierregeln

Es gelten die anerkannten Shôgiregeln. Zusätzlich sind einige Regelungen für Turniere notwendig. Die Turnierregeln der Klubturniere weichen von den Regeln der FESA ab, da wir uns an den japanischen Regelwerk orientieren. Orientieren heißt: Wir haben viele Regeln 1:1 übernommen. Einige Dinge haben wir hinzugefügt, um auf bestimmte Auffälligkeiten bei unseren Turnieren zu reagieren. Die Spielregeln sind aber unverändert (Benimmregeln und Turnierregeln sind keine Spielregeln) übernommen. Die FESA hat einige Spielregeln nicht übernommen (z.B. dass es illegal ist, den eigenen König ins Schach zu ziehen). Wenn man ein Spiel übernimmt, gehört es auch dazu, dessen Regeln zu übernehmen.

Zur Teilnahme und zur Turnierleitung

- Die Turnierleitung hat dafür zu sorgen, dass die Turnierregeln eingehalten werden. Sie regelt auch Unstimmigkeiten zwischen den Spielern. Außerdem lost die Turnierleitung die Paarungen aus. Da Dennis Schneider zur Turnlierleitung gehört, nimmt die Turnierleitung auch die Auswertung vor. Die Turnierleitung hat auch einen Bericht über das Turnier zu verfassen und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Die Turnierleitung übernehmen Dennis Schneider und Alexander Larsch. Um ihrer Aufgabe nachkommen zu können, dürfen die Turnierleiter bei ihren Partien die Uhr anhalten, wenn nach ihnen verlangt wird.

- Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass ihre Namen, Spielergebnisse, Rang, DW-Zahl, und andere turnierrelevante Informationen veröffentlicht werden.

Benehmen:

- Während der eigenen Partie darf nicht gesprochen werden. Nach einer Partie sind leise Analysen im Turniersaal erlaubt (In Japan gehört die abschließende Analyse zum guten Ton). Auch wenn die Uhr angehalten wurde, weil ein Schiedsrichterentscheid verlangt wird, dürfen die Spieler ihr Anliegen vortragen. Auch illegale Züge dürfen gemeldet werden. Auch das Begrüßen, das Aufgeben und das gegenseitige Bedanken sind erlaubt und auch erwünscht.
Aber: Gespräche, während der eigenen Partie, und Gespräche, die nichts mit Shôgi zu tun haben, sind im Turniersaal nicht gestattet. Spieler, die sich nicht daran halten, werden zweimal verwarnt. Danach werden sie disqualifiziert. Auch außerhalb des Turniersaales soll darauf geachtet werden, dass die laufenden Partien nicht gestört werden. Auch hier können Spieler disqualifiziert werden, die für ständige Unruhe sorgen. Um es deutlich zu sagen: Wenn ein Spieler es nicht fertig bringt, sich wärend des Turnieres so zu verhalten, dass die anderen Spieler nicht gestört werden, hat er auf einen Turnier nichts zu suchen.

- Es besteht keine Analysepflicht. Wenn ein Spieler keine Analyse durchführen möchte, hat sein Gegner das hinzunehmen.

- Wärend man bei einer Turnierpartie zuschaut, ist darauf zu achten, dass man die Partie nicht stört. Wer eine Turnierpartie stört, wird sofort disqualifiziert, wenn es gemeldet wird.

- Abfall gehört in dem Abfalleimer. Die Teilnehmer und die Gäste haben dafür zu sorgen, dass das Spiellokal nach einem Turnier so vorzufinden ist, wie sie es betretten haben.

- Spieler, die ständig für Unruhe, oder Abfall sorgen, werden von künftigen Turnieren ausgeschlossen. Dies gilt auch für Spieler, die beim Betrügen ertappt wurden. Ein Betrug liegt vor, wenn während einer Partie Bücher, Engines etc. verwendet werden, oder ein ausgeführter illegaler Zug vom Brett genommen wurde, um diesen zu leugnen. Darunter zählt auch das Verstecken von Figuren, die man auf der Hand hat. Illegale Züge können nicht als Betrugsabsicht interpretiert werden.  

Anmerkung: Wir wünschen uns, dass die Betreuer darauf achten, wie sich die Jugendlichen benehmen, indem sie in den AGs auch das Benehmen auf Turnieren thematisieren. Wir spielen ein japanisches Spiel und gerade in Japan wird auf Höflichkeit großen Wert gelegt. Die letzten Turnieren haben gezeigt, dass die Betreuer auf diesen Wunsch eingegangen sind. Wir freuen uns darüber und bedanken uns bei den Betreuern, die dafür Zeit investiert haben.

 

Der Beginn einer Partie: :

- Technische Hilfsmittel sind nicht gestattet. Wir bitten um Verständnis, dass die Turnierleitung nicht ständig überprüfen kann, ob auf einem iPad, der zur Notation verwendet wird, eine Engine installiert ist. Daher bitten wir darum, die Partien auf die altmodische Weise (mit Papier und Stift) zu notieren.

- Bei Shôgianfängern kann die Turnierleitung gestatten, dass ein Hilfsblatt mit den Zugvorschriften verwendet werden darf.  

- Vorgaben sind nicht gestattet. Wenn ein starker Spieler dennoch Vorgaben gibt und verliert, kann er nicht hinterher sagen, dass die Partie nicht gewertet werden soll, weil es eine Vorgabepartie war. Er verliert in so einen Fall die volle Punktzahl.

- Die Spieler haben vor der Partie zu überprüfen, dass die Uhren richtig gestellt sind. Die Turnierleitung kann nicht ständig alle Uhren überprüfen. Die Uhren werden alle gleich gestellt. Eine Anleitung liegt auf jedem Platz.

- Der Anzugsvorteil wird ausgewürfelt. Dazu würfelt der stärkere Spieler mit fünf Bauern (furigoma). Werden mehr unbeförderte Bauern gewürfelt, fängt der Spieler an, der gewürfelt hat. Sollte ein Stein auf seiner Seite landen (d. h. weder die beförderte noch unbeförderte Seite oben liegt), werden die Bauern dennoch gezählt und der jeweilige Spieler fängt an. Sollten aber dadurch ein Unentschieden zustande kommen, wird nochmal gewürfelt. Daselbe gilt für Steine, die auf den Boden fallen. Steine die neben den Brett auf dem Tisch gelandet sind, werden gezählt.
 

In der Parte:

- Die Spieler dürfen jederzeit die Uhr anhalten, um einen Regelverstoß zu melden.

- Im Shôgi muss man nicht Schach bzw. ôte sagen, wenn man ein Schach gibt.

- Die geschlagenen Figuren müssen immer für den Gegner sichtbar sein. Das dauerhafte Verdecken von Figuren führt zum Verlust der Partie. Die Hand längere Zeit über das Komadai zu legen, sodass man über einen längeren Zeitraum die Figuren auf der Hand nicht sehen kann, wird als Zeichen der Aufgabe gewertet. Wird eine Figur sogar vesteckt, führt das zur Disqualifikation und zum Ausschluss von künftigen Turnieren. Eine Figur gilt dann als "versteckte Figur", wenn sie sich während der Bedenkzeit des Gegners nicht bei den anderen Figuren, die auf der Hand sind, befindet. Dies wird als Betrugsabsicht interpretiert.
Nur in der eigenen Bedenkzeit dürfen die Figuren, die sich auf der Hand befinden, von der Zone, die durch das Komadai begrenzt wird, wegbewegt werden. Die Figuren dürfen aber immer zurechtgerückt und berührt werden, solange sie dabei nicht die Zone, die durch das Komadai begrenzt wird, verlassen, oder dabei dauerhaft verdeckt werden. Einzige Ausnahmen: 1) Wenn Figuren in beförderten Zustand auf der Hand sein sollten, müssen diese Figuren umgedreht werden. 2) Sollte eine Figur wärend des Zurechtrückens vom Komadai fallen, muss diese wieder auf das Komadai zurückgesetzt werden. Diese Vorgänge werden als ein Zurechtrücken angesehen.

Anmerkung: Hier hat jemand angemerkt, dass diese Regelung zu streng wäre und wir uns an Shôgi Deutschland orientieren sollten. Ich habe mit einem Turnierleiter von Shôgi Deutschland gesprochen. In den Turnierregeln von Shôgi Deutschland ist dies zwar nicht schriftlich fiziert, aber auch hier führt das ständige und dauerhafte Verdecken der Figuren zum Verlust der Partie. Ich ziehe es im Gegensatz zu Shôgi Deutschland nur vor, es schriftlich zu fixieren, damit es jedem klar ist und es keine Diskussionen gibt. Da man beim Shôgi die Figuren wiedereinsetzen darf, gehören die Figuren auf der Hand zur Stellung. Daher ist auch das Verstecken von Figuren (das ist mir zweimal auf Turnieren passiert; Einmal davon hat der Gegner einen Gold aus seiner Hosentasche gezogen) mit dem heimlichen Verändern der Stellung auf dem Brett gleichzusetzen. Eine heimliche Veränderung der Stellung ist eindeutig Betrug.

- Die Zughand muss die Uhr betätigen.

- Es gibt keine "berührt, geführt"-Regel. Ein Zug ist dann ausgeführt, wenn die Figur gesetzt wurde und sich die Hand nicht mehr über dem Brett befindet. D. h.: Solange sich die Hand noch über dem Brett befindet, darf ein Zug, der mit der eigenen Figur ausgeführt wurde, geändert werden. Danach führt das Verändern eines ausgeführten Zuges zum Verlust der Partie. Wenn allerdings ein Zug mit einer gegnerischen Figur ausgeführt wird - z.B. vom Brett auf die Hand - muss dieser Zug ausgeführt werden. D. h.: nimmt man eine gegnerische Figur vom Brett und legt diese auf das Komadai, muss diese auch geschlagen werden, da man ansonsten die Partie aufgrund eines illegalen Zuges verliert. Man darf sie nicht wieder auf das Brett setzen. Wenn mehrere Figuren schlagen können, darf man sich allerdings noch entscheiden, ob man sie mit einer anderen Figur schlägt. Führt man einen Zug auf dem Brett mit einer gegnerischen Figur aus (bewegt man z.B. den gegnerischen Springer statt des eigenen Springers), hat man die Partie verloren, da dieser Zug nicht zurückgenommen werden darf. Das Drücken der Uhr hat demnach nichts mit dem Beenden eines Zuges zu tun. Das Drücken der Uhr dient hier nur dazu, um die Zeit zu stoppen, nachdem der Zug beendet wurde (um die Uhr zu drücken, muss sich die Hand ja vom Brett wegbewegen). Wenn ein Spieler vergisst, die Uhr zu drücken, darf der Gegner seinen Zug ausführen, wenn sich die Hand des Gegners nach dem Setzen der Figur vom Brett entfernt hat. Der Gegner hat mit dem Zurücknehmen der Hand, nachdem er die Figur gesetzt hat, den Zug beendet.

Man kann nur dann von einem Zug mit einer gegnerischen Figur sprechen, wenn der Zug mit der Hand des Spielers ausgeführt wird. Z.B.: Ein heruntergefallener Stein, der einen gegnerischen Stein bewegt, kann nicht als illegaler Zug angesehen werden. Der Spieler darf und muss die Steine wieder zurechtrücken, bevor er seinen Zug beendet. Wenn keine Einigung über die vorherige Stellung erzielt werden kann, muss der Turnierleiter gerufen werden.

Das Berühren von gegnerischen Figuren - z. B. zum zurechtrücken - ist immer erlaubt, solange kein Zug ausgeführt wird.

 

Umgang mit dem Material:

- Beide Spieler haben nach einer Partie dafür zu sorgen, dass sowohl das Spielbrett als auch die Uhr für die nächsten Spieler bereit stehen.

- Es soll angemessen mit dem Material umgegangen werden. Darauf wird besonderen Wert gelegt, da bei einer größeren Teilnehmerzahl privates Material zur Verfügung gestellt wird, damit genügend Material vorhanden ist.

- Die Steine sind ausschließlich zum Shôgispielen da. 

- Die Spieler haben vor der Partie zu überprüfen, dass die Uhren richtig gestellt sind. Die Turnierleitung kann nicht ständig alle Uhren überprüfen. Die Uhren werden alle gleich gestellt. Eine Anleitung liegt auf jedem Tisch.

 

Ende einer Partie:

- Man hat die Partie verloren, wenn man A) mattgesetzt wird, B) einen illegalen Zug macht, oder C) die Bedenkzeit überschreitet.

- Die Bedenkzeit auf unseren Turnieren beträgt im Normalfall 15 Minuten und 30 Sekunden Byôyomi. D.h.: Jeder Spieler hat zunächst 15 Minuten zur Verfügung. Wenn diese 15 Minuten abgelaufen sind, hat man für jeden weiteren Zug 30 Sekunden. Wenn diese 30 Sekunden einmal überschritten wurden, hat der Spieler auf Zeit verloren.

- Nach einem illegalen Zug ist die Partie beendet. Es ist egal, wann dieser nachgewiesen wird, solange er nachgewiesen werden kann. Auch wenn der Zug von einen Zuschauer gemeldet wurde, ist die Partie vorbei. Selbst wenn der Zug zunächst unentdeckt bleibt und die Partie durch Aufgabe oder Mattsetzen beendet wurde, verliert der Spieler, der einen illegalen Zug ausgeführt hat, wenn ein solcher nachgewiesen wird. Alle Züge nach einem illegalen Zug sind irrelevant, da die Partie ab diesem Zug beendet war. Wenn ein illegaler Zug nicht mehr nachweisbar ist, kann dieser nicht mehr reklamiert werden. Als illegale Züge zählen:

1) Wenn man einen Zug ausgeführt hat, der dazu führt, dass eine Figur nicht mehr ziehen kann (z.B. Lanze und Bauer auf der letzten Reihe, oder Springer auf der vorletzten Reihe).

2). Zwei unbeförderte Bauern auf einer Linie (nifu)

3) Mattsetzen mit einem eingesetzten Bauern (uchifuzume)

4) 4-fache Zugwiederholung mit Dauerschach

5) Mit einer Figur einen unmöglichen Zug ausführen. Darunter fällt auch das Einsetzen im beförderten Zustand. Ebenso sind Züge mit Figuren, sodass Figuren in die falsche Richtung zeigen (d. h. von den gegnerischen Figuren nicht mehr zu unterschieden sind), und das Schlagen einer eigenen Figur als unmöglicher Zug anzusehen.

6) Einen abgeschlossenen Zug zurücknehmen

7) Mit einer gegnerischen Figur ziehen

8) Den eigenen König ins Schach ziehen, oder einen anderen Zug ausführen, der dazu führt, dass der eigene König geschlagen wird.

9) Einen Zug in der Bedenkzeit des Gegners ausführen. Dies gilt bereits beim ersten Zug. Wer als Gote den ersten Zug macht, hat verloren.

- Zuschauer dürfen melden, dass eine Partie beendet ist (illegaler Zug, oder Zeitüberschreitung). Dabei ist zu beachten, dass sie einen illegalen Zug erst dann melden, wenn der Zug beendet ist, da der Spieler illegale Züge, die er mit seinen Figuren ausführt, zurücknehmen darf, solange sich seine Hand noch über dem Brett befindet. Nimmt er den Zug nicht zurück und entfernt die Hand (es spielt keine Rolle, ob er danach die  Uhr drückt), ist die Partie beendet und die Zuschauer dürfen es melden.  Auch wenn ein Spieler zieht, obwohl sein Gegner am Zug ist, kann die Partie sofort beendet werden. Der Zug kann hier nicht beenden werden, da der Spieler nicht am Zug war.    
Die Zuschauer dürfen sich nicht zu einer laufenden Partie äußern. Auch wenn ein Spieler vergessen hat, die Uhr zu drücken, darf ihm das nicht mitgeteilt werden, solange die Zeit noch nicht abgelaufen ist. Zuschauer können bei einen Turnierleiterentscheid als Zeugen fungieren (z. B. bestättigen, dass ein Spieler eine Figur, die auf seiner Hand war, versteckt hat. Dies wird als Betrugsabsicht angesehen). Bei Betrugsfällen dürfen die Zuschauer die Partie unterbrechen. Es muss allerdings der Turnierleiter gerufen werden, um den Betrugsfall nachzuweisen. Falls eine Betrugsabsicht nachgewiesen wird, beendet der Turnierleiter die Partie und der Spieler, der betrügen wollte, wird von künftigen Turnieren ausgeschlossen.

Anmerkung: Es wird von anderen Veranstaltern auf ihren Turnieren immer wieder angemerkt, dass diese Regel unfair sei. Hier meine Meinung dazu: 1) Auf japanischen Turnieren dürfen ebenfall nichtbeteiligte einen illegalen Zug melden. 2) Ihr Argument lautet: Wenn die Zuschauer einen illegalen Zug sehen und diesen aus Sympathie für den Spieler nicht melden, wäre es unfair. Doch dieses Argument beißt sich selbst in den Schwanz, da dann genau der Fall eintretten würden, den die Kritiker verteidigen: Die Zuschauer schweigen, obwohl sie es sehen und der Gegner muss es selbst sehen. Wenn das also unfair ist, ist - laut ihren eigenen Argument - ihre Regelung unfair. Davon abgesehen, geht dieses Argument von einen Sonderfall aus, der ja gerade mit der Regel, die auf unseren Turnieren angewandt wird,  unwahrscheinlich wird. Mit ihrer Regel ist diese unfaire (laut ihren Worten) Situation der Normalfall. Dieses Argument stellt die Situation so da, dass alle schweigen, obwohl sie es melden dürften. Es wird i. d. R. immer jemand dabei sein, der einen illegalen Zug meldet. 3) I. d. R. bekommt der Spieler, der illegale Züge macht, dadurch unfaire Stellungsvorteile, die er mit regelkomformen Zügen nicht gehabt hätte. De facto sind mir zwei Fälle bekannt, wo Spieler mit solchen illegalen Zügen Partien gewonnen haben. Einer der Gegner hat danach kein Turnier mehr besucht, da er es als Betrug empfunden hattte, dass er verloren hatte, obwohl er - nachdem er mattgesetzt wurde - die illegalen Züge des Gegners (es waren fünf illegale Züge, von denen noch drei nifu auf den Brett nachweisbar waren!) sah und nachweisbar gemeldet hatte. In beiden Fällen waren außerdem mehrere Zuschauer anwesend, die die Züge sahen und schweigen mussten. Das ist also die hochgehaltene und angeblich faire Regelung? Spieler gewannen, indem sie nachweislich und von mehreren Spielern bemerkt gegen die Spielregel verstoßen haben, indem sie unmögliche Züge machten. Wenn hier die Regel gegolten hätte, die auf unseren Turnieren angewendet wird, wäre der erste illegale Zug sofort gemeldet worden. Es muss also gelten, dass solche Züge so selten wie nur möglich unentdeckt bleiben, damit für fairness gesorgt wird. Das schafft man bestimmt nicht, indem man sagt, dass die Leute, die es sehen, schweigen müssen. 4) Die Shôgiregeln sagen eindeutig, dass ein illegaler Zug sofort verliert. Warum sollte es jetzt unfair (d. h. gegen die Regeln) sein, wenn genau dafür gesorgt wird?

- Da keine Notationspflicht besteht, können Zuschauer generell als Zeugen benannt werden.

- Ein Unentschieden darf nicht vereinbart werden. In solchen Fällen muss der Turnierleiter geholt werden, um nachzuweisen, dass die Partie nicht beendet werden kann. Dazu müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein:
1) 4-fache Stellungswiederholung (Sennichite)
2) Entering King (nyugyoku)

Ein Sennichite (4-fache Stellungswiederholung) liegt dann vor, wenn viermal die gleiche Stellung auf dem Brett zustande kommt. D. h.: Es muss viermal die gleiche Stellung auf den Brett vorliegen, beide Spieler müssen wieder die gleichen Figuren auf der Hand haben und derselbe Spieler muss wieder am Zug sein. Wenn ein Spieler dabei Dauerschach gibt, liegt kein Unentschieden vor. Er muss einen anderen Zug machen, da er bei viermaliger Stellungswiederholung mit Dauerschach die Partie aufgrund eines illegalen Zuges verliert.  

Es wird keine der drei Zählregeln bei Entering King (nyugyoku) angewendet. Sobald die Könige die gegnerischen Lager erreicht haben, liegt ein Unentschieden vor und der Turnierleiter muss gerufen werden.  
Falls der Spieler, der am Zug wäre, der Meinung sein sollte, dass der gegnerischen König sich in einem Tsume befindet, kann der Turnierleiter gestatten, dass die Partie weitergespielt wird. Wenn der Turnierleiter nicht zu den Zeitpunkt, als die Könige die gegnerischen Zonen erreicht haben, gerufen wurde, wird er keine Fortsetzung der Partie gestatten.

Der Spieler, der die Fortsetzung der Partie verlang hat, muss ab jetzt mit jedem Zug Matt drohen. Wenn der Spieler nicht mit Matt drohen kann, liegt ein Unentschieden vor. Falls der Gegner verteidigen kann - d. h. keine Mattdrohung mehr gegeben werden kann - und sein König sich immer noch in der gegnerischen Zone befindet, liegt ebenfalls ein Unentschieden vor. Ab hier kann kein Spieler eine Fortsetzung der Partie verlangen. 
Wenn der Spieler es aber wenigstens geschafft hat, dass der König das Camp wieder verlassen muss, geht die Partie normal weiter. Ab hier muss man nicht mehr mit jeden Zug Matt drohen, da sich der gegnerische König nicht mehr in der Beförderungszone befindet. Wenn der König die Zone wieder erreicht, kann der Gegner wieder eine Fortsetzung verlangen, wenn er glaubt, den König mattsetzen zu können. Wird dieser Vorgang aber mehrmals wiederholt, wird der Turnierleiter keine weitere Fortsetzung gestatten.

Bei einer 4-fachen Stellungswiederholung mit Dauerschach verliert der schachgebende Spieler, da dies ein illegaler Zug ist. Eine solche Stellung ist kein Unentschieden.

In Japan gibt es mehrere Möglichkeiten, um mit einem Unentschieden umzugehen: Es gibt mehrere Zählregeln und die Möglichkeit, dass mit der restlichen Bedenkzeit eine neue Partie gespielt wird. Die Zählregeln werden auch in Japan von einigen Spielern kritisch betrachtet, da sie dem Sinn des Endspiels widersprechen. Daher haben wir auf unseren früheren Turnieren die Regel angewandt, dass mit der restlichen Bedenkzeit eine neue Partie gespielt werden muss. Dies kann aber dazu führen, dass wegen einer Partie die nächste Runde nicht beginnen kann. Dies ist zwar noch nicht passiert, aber durch die Erhöhung der Rundenanzahl, haben wir uns dazu entschlossen, bei diesen seltenen Fällen die Partie als Unentschieden zu werten, um einen reibungslosen Ablauf garantieren zu können. Schließlich haben wir auf unseren Turnieren ständig Teilnehmer, die eine weite Anfahrt in Kauf nehmen und wollen auch in Zukunft dafür sorgen, dass sie die Heimfahrt planen können, ohne mit einem verspäteten Ausgang des Turnieres rechnen zu müssen. Bisher wurden die Turniere immer vor der ausgeschriebenen Uhrzeit beendet. Da viele Spieler eine lange Anfahrtszeit haben, beginnen unsere Turniere auch später, als die Turniere, die von Shôgi Deutschland ausgerichtet werden. Mit dieser Praxis haben wir es auch geschafft, dass Spieler an unseren Turnieren teilnehmen konnten, die nicht an Turnieren von Shôgi Deutschland teilnehmen konnten, ohne Übernachtungen in Ludwigshafen in Kauf nehmen zu müssen.